Archiv des Autors: Maddes

Backbone Splitter

2012 gründete Biersommelier Christian Hans Müller in Aschaffenburg die Hanscraft Brauerei und bietet den Liebhabern von Craftbieren seitdem ein vielfältiges Sortiment besonderer Biere.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer Lehre in den USA kehrte Christian Hans Müller mit vielen Ideen für neue, spannende Biersorten und Rezepten in seine Heimat zurück. In Chicago hatte er zuvor eine Ausbildung als Biersommelier bei der World Brewing Academy absolviert. Die von ihm gegründete Hanscraft Brauerei zählt inzwischen zur Elite der lokalen und internationalen Craft Beer-Bewegung. Von ihm steht jetzt das Backbone Splitter vor mir, ein IPA.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit, Mango und Kumquats steigen mir in die Nase, unterstützt noch durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und macht auch aufgrund der gut eingebundenen und feinperligen Kohlensäure einen guten Eindruck. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt zeigt sich aber die ganze Kraft des Backbone Splitter. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, indem sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Grapefruit und Bitterorangen bemerkbar machen. Dazu kommt ein kräftiges Bitter. Im Abgang ist das Bier sanfter und freundlicher als ich es erwartet hätte, dabei auch leicht trocken. Dabei klingt der Geschmack aber lange nach. So bleibt insgesamt ein positiver Eindruck von diesem Bier zurück.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Wiener, Caraamber), Hopfen (Horizon, Amarillo, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Würzburger Straße 152
63743 Aschaffenburg
http://hc-co.de/de/

Auch in diesem Jahr gibt es den Inntaler Biermärz

Der März steht im Innviertel zum sechsten Mal ganz im Zeichen des Bieres: Erneut ruft die Bierregion Innviertel – ein Zusammenschluss von regionalen Brauern, Wirten und Touristikern – um diese Zeit den “Biermärz” aus. Auch die Weberzeile beteiligt sich mit einem süffigen Programm an dem bunten Veranstaltungsreigen und feiert mit der “Bierzeile” am Samstag, 3. März, ein Bierfest der Extraklasse – inklusive Bieranstich, Frühschoppen, Live-Musik und Koch-Shows zum Thema Bier.

Braumeister Josef Niklas von der Brauerei Ried, Andrea Eckerstorfer von der Bierregion Innviertel und Fritz Einböck von der Weberzeile werden das Fest um elf Uhr mit einem Bieranstich des “Aper”-Bieres eröffnen, einer gemeinsamen Kreation aller Brauereien in der Region. Parallel dazu eröffnen die “Toskiringa Blechbradlern” den Frühschoppen.

An den Verkostungsständen der Brauereien können die Gäste die Vielfalt der Innviertler Bierlandschaft kennenlernen und dabei gleich verkosten – und das ist zu diesem Anlass ganz besonders günstig: für nur fünf Euro gibt es ein Starterset inklusive Verkostungsglas, fünf Getränkemarken zum Einlösen bei den Brauereien und einem Jausenbrot. Das Glas kann können die Teilnehmer an diesem Event vor Ort mit ihrem Namen gravieren lassen und anschließend mit nach Hause nehmen. Auch das ist im Preis enthalten.

Das ist selbstverständlich nicht auf nüchternen Magen u machen. Daher sorgen die Anbieter des Weberzeile-Bauernmarktes für das leibliche Wohl der Gäste und damit für die erforderliche Unterlage. Haubenkoch Florian Schlöglmann vom Wirt “Kraxenberg in Kirchheim verrät in zwei Kochshows gschmackige Kochrezepte mit Bier (13 und 15 Uhr). Außerdem können die Bierfest-Gäste attraktive Preise aus der Bierregion Innviertel gewinnen. Die Gewinnspielziehung findet um 17 Uhr statt. Das Fest wird um 22:00 Uhr beendet sein.

Das ist selbstverständlich nicht die einzige Bierveranstaltung im Biermärz. In den nächsten Tagen werde ich noch auf die anderen Events hinweisen. (Mit Material von www.tips.at).

SBB verkauft in den Speisewagen Bier kleinerer Brauereien

In den Speisewagen der SBB gibts ab April neues Bier. Zum Zug kommen kleinere, regionale Bierbrauereien sowie der schweizerische Branchenprimus Feldschlösschen. Für die Brauereien ist das ein Prestigeauftrag.

Die SBB entwickelte 2016 ein neues Gastrokonzept, das ab Frühjahr 2018 im Fernverkehr flächendeckend eingeführt werden soll. Teil dieses Konzepts ist der Verkauf von regionalen Biersorten, die für jeweils vier Monate im Angebot sein werden.

Den lukrativen Aufträge erhielten die Brauerei Schützengarten und die Brauerei Rosengarten. Die Brauerei Schützengarten aus St. Gallen wird laut Firmenchef Reto Preisig das eigene Landbier und La Nostra, ein Tessiner Bier, liefern. Von der Schwyzer Brauerei Rosengarten kommt das Bier «äs Gäächs», ein Bier mit einer leichten Heunote, wie der Rosengarten-Chef Alois Gmür sagt.

Die SBB rechnet in ihrer Ausschreibung mit einer Menge von 40.000 Bieren, die innerhalb den Vier-Monats-Perioden über die Theke gehen. La Nostra wird in einer kleinen Brauerei mit nur wenigen Angestellten hergestellt, so dass die Annahme dieses Auftrags schon eine sportliche Herausforderung darstellt. Schützengarten-Chef Reto Preisig ist nach einem Bericht der Grenchner Tagblattes aber überzeugt, sich dieser Herausforderung stellen zu können.

Neben den regionalen Bierspezialitäten haben die SBB zudem Lieferanten für den restlichen Bierbedarf gesucht. Über diesen Auftrag darf sich die Brauerei Falken aus Schaffhausen freuen. Sie wird künftig Amber-Bier und Weissbier liefern. Beim Amber-Bier rechnen die SBB mit 95.000 Flaschen pro Jahr, beim Weizenbier mit 170.000.

Ittinger gibts nicht mehr

Falken verdrängt damit das Amber-Bier von Ittinger aus dem Sortiment. Ittinger gehört zum Bierkonzern Heineken: Vom Branchenriesen gibts ab April also kein Bier mehr in den SBB-Speisewagen. Bisher lieferte Heineken die Sorten Calanda und Heineken Premium Lager.

Den grössten Auftrag holt sich aber die Brauerei Feldschlösschen. Die zu Carlsberg-Gruppe gehörende Großbrauerei aus Rheinfelden wird künftig etwa eine halbe Million Biere pro Jahr liefern. Von Feldschlösschen werden künftig die Sorten Original, alkoholfrei und Carlsberg angeboten, wie Feldschlösschen-Sprecherin Gabriela Gerber sagt.

Ich würde es begrüßen, wenn sich die Deutsche Bahn ein Beispiel an ihren Kollegen in der Schweiz nehmen und nicht in allen Zügen das gleiche Bier ausschenken würde. Sicher lässt sich das Modell aus der Schweiz nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen, aber etwas Abwechslung würde das Reisen mit der Bahn doch noch etwas angenehmer machen.

BRLO German IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Craft Beer-Schmiede BRLO vor mir, das German IPA. Seinen Namen bekam dieses India Pale Ale, da für das Brauen dieses Biers ausschließlich deutsche Hopfensorten verwendet werden. Da in der Regel für IPAs vorwiegend amerikanische Hopfensorten verwendet werden, bin ich auf dieses Bier wirklich gespannt.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die Farbe ähnelt der von Cognac. Darüber bildet sich sehr viel cremiger Schaum, der lange Zeit erhalten bleibt. Auch wenn recht wenig Kohlensäure zu sehen ist, gefällt mir die Optik.

Zahlreiche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Ananas, Orange sowie rote Früchte. Aber auch einige süße Noten kommen zum Vorschein, zusammen mit leichten grasigen Aromen.

Für ein IPA ist der erste Eindruck auf der Zunge relativ süß, aber die Malznoten sind angenehm und harmonisch. Trotzdem würde ich mir an dieser Stelle etwas mehr Kohlensäure wünschen. Noch besser gefällt mir aber der Mittelteil. Ein kräftiger Geschmack nach Orange sorgt zusammen mit einem leicht dominanten Bitter für einen ausgewogenen und runden Geschmack. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, bleibt aber freundlich und es klingt auch lange nach, wobei im Nachklang auch wieder einige süße Malztöne auftauchen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchener, Caramelmalz), Weizenmalz, Hopfen (Comet, Hüll Melon, Polaris) Hefe (London Ale)

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Braukunst Berlin GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

3. 3. 18: Biertasting in der Gemeinde St. Petrus Hamburg

Die Gemeinde St. Petrus veranstaltet am 3. März in ihrem Gemeindehaus in der Haakestr. 100 Biertasting unter professioneller Leitung. Die Veranstaltung wird von Sascha Bruhns, Inhaber und leitender Braumeister der Landgang Brauerei (ehemals Hopper Bräu) aus Bahrenfeld zu durchgeführt. Er wird durch den Abend führen und die Teilnehmer unterhalten.

Er entführt die Gäste auf Reise durch die Geschichte der Craft-Biere. Während der Verkostung der etwa zehn Biere erfahren die Anwesenden etwas über die Geschichte des Brauens, wie man Biere verkostet, und es wird einige Ikonen der Biergeschichte zum Verkosten geben. Die Veranstaltung wird etwa drei Stunden dauern. Dazu gibt es passendes Fingerfood und viele kleine und große Geschichten rund ums Bier.

Die Teilnahme am Biertasting kostet 25 Euro.

Die Teilnahmegebühr sollte vorher mit der Anmeldung auf das Konto:

St. Petrus
Hamburger Sparkasse
IBAN DE15 2005 0550 1274 1268 69
Verwendungszweck: Biertasting

überwiesen werden und macht die Anmeldung komplett.

WOW air kreiert eigenes Craft Beer

Mit dem WOW Beer “im Paradies”: Ende Februar kommen internationale Brauereien beim Bierfestival in Island zusammen, um gemeinsam ihre Leidenschaft für unsere geliebte Hopfenkaltschale zu zelebrieren. Dieses Jahr ist die isländische Low-Cost-Airline WOW air Hauptsponsor des Festivals und hat dies zum Anlass genommen, ein eigenes Bier zu entwickeln. Das WOW Beer wird in einer unabhängigen Brauerei produziert und zählt damit zu den Craft Bieren, die zurzeit im Trend liegen. Eigens für die Airline hat der isländische Künstler Odee das Motiv “Ich bin im Paradies” für das Design der Dose kreiert.

Vom Verbot zum Festival

Das isländische Bierfestival findet 2018 zum siebten Mal statt und feiert die Legalisierung des Bieres in Island. 74 Jahre lang war das Hopfengetränk auf der Insel verboten, bis der Konsum 1989 wieder erlaubt wurde. Auch in diesem Jahr stellen isländische und internationale Brauereien ihre Produkte vom 22. bis zum 24. Februar 2018 vor, während Festivalbesucher diese verköstigen und bei Live-Musik und Entertainment feiern. Das limitierte WOW Beer wird nicht nur während des Festivals ausgeschenkt, sondern im Februar auch den Passagieren auf ausgewählten Flügen angeboten.

Einzigartiges Design

Um das Bier nicht nur geschmacklich sondern auch optisch einzigartig zu gestalten, kooperiert WOW air mit dem isländischen Künstler Odee (alias Oddur Eysteinn Friðriksson). Seine digitale Collagekunst erregt weltweit Aufmerksamkeit. Das ausgefallene Design der Bierdose trägt den Titel “Ich bin im Paradies” und knüpft an den individuellen Look der Fluggesellschaft an. “Die Inspiration zu dem Motiv ist die Heimreise und das unglaubliche Gefühl, wenn man nach Hause und dann zur Ruhe kommt”, sagt Odee.

Unkonventionelle Herstellung

Das WOW Beer ist ein hopfenreiches Pils mit leicht floralen Hopfenaromen und wird als knackig und malzig beschrieben. Es entstammt der renommierten dänischen Brauerei To Øl, die für ihre unkonventionellen und innovativen Kreationen bekannt ist. Die Nomadenbrauerei mietet zur Herstellung Maschinen von anderen etablierten Brauereien an und entwickelt zeitgemäße Biere mit vollem Geschmack.

WOW air

WOW air ist Islands einzige Low-Cost-Airline mit einer der jüngsten Flotten. Das Unternehmen bietet Verbindungen ab Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Salzburg nach Island und darüber hinaus nach Nordamerika. Das Streckennetz umfasst insgesamt 38 Destinationen.

Kuehn Kunz Rosen Festland

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor mir, diesmal aus der Brauerei Kuehn, Kunz, Rosen. Das Besondere an diesem Craft Beer ist, dass beim Festland Tonkabohnen mit verbraut wurden. Nun sind Tonkabohnen nicht allzu bekannt, weshalb ich mich mal bei Wikipedia kundig gemacht habe. Sie haben einen süßlichen, leicht bitteren und der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Die Behonen sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Nun will ich mich an dieser Stelle nicht weiter über Bohnen auslassen. Nähere Informationen finden Sie auf Wikipedia. Kommen wir also zum Bier.

Das Festland ist ein dunkles Bockbier. Das Dunkel können Sie hier wirklich wörtlich nehmen. Dunkel kastanienbraun, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem hellbraunem Schaum, die sich etwas schneller als der Durchschnitt auflöst.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kakao und Bittermandel, unterstützt durch Vanille. Der Duft gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist recht süß und dabei intensiv. Bereits auf der Zungenspitze schmecke ich einige fruchtige Säuren. Auf der Zunge kommen aber die Röststoffe in den Vordergrund. Zusammen mit den 6,2 Volumenprozent Alkohol sorgen sie für ein sanftes und volles Mundgefühl. Auch im Abgang dominieren die Röststoffe, während das Bitter nur mäßig vorhanden ist und es kommt noch der Geschmack von Espresso dazu, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Caramünch, Caraaroma), Roggenröstmalz, Hopfen (Motueka), Tonkabohne, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

brugse Bok

Brugse Bok – ein starkes, saisonales belgisches Bockbier, das nach einem Rezept nach deutscher und niederländischer Tradition gebraut wird. Für die Zubereitung verwenden die Brauereien De Halve Maan spezielle Zutaten. Durch die besondere Art der Röstung hat das Bier eine hellere Farbe als das traditionelle Bok, weshalb es manchmal auch als “light” bezeichnet wird.

Die Geschichte der Familienbrauerei “De Halve Maan” (“Halbmond”) reicht über 160 Jahre zurück. Sechs Generationen der Familie Mace arbeiten seit 1856 in Brügge mit einem einzigen Ziel: die Herstellung von exzellentem, authentischem Bier unter Beachtung der traditionellen Brauverfahren, die das berühmte Brügge sind. Die Brauerei begann ihre Reise mit der Herstellung von Fassbier mit kurzer Haltbarkeit.

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts begann das Interesse an traditionellem regionalem Bier zu wachsen, ein Trend, den die Brauerei auszunutzen wusste. Zeitgleich mit der Einweihung der Statue des heiligen Arnold in Brügge, dem Schutzpatron der Brauerei, brachte De Halve Maan ein Lightbier auf den Markt. Das neue Bier gefiel dem Bürgermeister der Stadt. Das Bier war etwas kräftiger als andere Sorten und wurde deshalb “Straffe Hendrik” genannt. Später, im Zusammenhang mit der Schließung der Braustätte “De Halve Maan”, wurde die Marke an die Brauerei Riva in Brügge verkauft, die das Bier von 1988 bis 2002 braute.

In diesen Jahren öffnete Die Chefin die Tür der Brauerei “De Halve Maan” für die Öffentlichkeit. Bis heute besteht im ersten Gebäude der Brauerei, das noch heute im Besitz der Familie Mace ist, ein historisches Museum, das die von vielen Touristen aus der ganzen Welt besucht wird.

Die Wiederbelebung der Brauerei De Halve Maan erfolgte 2005 nach Umbau und Modernisierung dank der Bemühungen des Juniorchefs – Xavier Vanneste. So steht jetzt der brugse Bok vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Kastanienbraun präsentiert sich das brugse Bok im Glas. Darüber bildet sich recht viel mittelporiger beiger Schaum, der sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma ist malzig und es wird durch die Röstaromen dominiert, unterstütz von einigen Düften nach Trockenfrüchten.

Der Antrunk enthält für ein Bockbier recht wenig Süße. Er ist sehr schlank und offenbart eine sehr feinperlige Kohlensäure, die im Glas nicht zusehen war. Dann fällt der Geschmack in ein Loch. Auf der Zunge macht das Bier einen eher wässrigen Eindruck mit wenig Geschmack. Erst im Abgang zeigt sich ein leichtes Bitter zusammen mit etwas Säure, aber ein Nachklang ist nicht festzustellen.

Dieses Bier hat mich sehr enttäuscht, sowohl als Bockbier als auch als Bier aus der Brauerei De Halve Maan. Aus Brügge bin ich wirklich bessere Biere gewöhnt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.brugsezot.be

Benediktiner Weissbier alkoholfrei

Jetzt steht das alkoholfreie Weißbier vor mir, das von der hessischen Licher Privatbrauerei für die Benediktiner Weissbräu GmbH in Ettal gebraut wird. Beide Unternehmen gehören zur Bitburger-Gruppe. Na ja, dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Rotgolden ist das Bier. Dass die Hefe ausgeflockt ist, liegt vermutlich daran, dass das Bier bei mir längere Zeit rumgestanden hat. Das kann ich der Brauerei nicht vorwerfen. Aber dass keinerlei Kohlensäure zu sehen ist, erstaunt mich dann doch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das nicht stark ausgeprägte Aroma ist leicht süßlich nach Toffee, dazu einige säuerliche Noten. Auch ein leichter Duft nach Rosinen steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist von mittlerer Süße. Dabei stört mich aber, dass das Bier zwar eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält, dass davon aber nur wirklich wenig vorhanden ist. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und mit einer süß-säuerlichen Fruchtigkeit eigentlich nicht schlecht. Nur die kaum vorhandene Kohlensäure lässt das frisch eingeschenkte Bier beinahe abgestanden erscheinen. Der Abgang ist leicht fruchtig und ich vermisse jegliche Bitterstoffe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7,2 %

Brauerei:

Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH
In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

für

Benediktiner Weißbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de

Flüssiges bricht Fasten nicht

“Gestandene Mannsbilder” schätzen seinen vollmundigen Geschmack, weibliche Biergenießer seine dezente Malzsüße: Von Aschermittwoch bis zur Karwoche wird in Bayern endlich wieder die flüssige Fastenspeise ausgeschenkt, das Fastenstarkbier. Die Saison der vor Jahrhunderten in Klosterbrauereien entwickelten, stark eingebrauten Biere wird im Land der Biervielfalt als “fünfte Jahreszeit” begangen. Dass die Doppelbockbiere etwas ganz Besonderes sind, verraten schon ihre klangvollen Namen. Das Erkennungszeichen der Fastenstarkbiere ist ihre Endung “ator”: Salvator, Animator, Operator, Delicator, Maximator, Optimator, Triumphator, Curator oder ähnlich lauten die Namen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wenn allerdings in den Klöstern die Quadragesima begann, die strenge vorösterliche Fastenzeit, durften sich einst die Ordensleute nur mit flüssiger Nahrung für Gebet und Arbeit stärken. Leichter gesagt als getan! Doch klösterliche Braumeister – deren Vorgänger in Bayern bereits seit dem 11. Jahrhundert die Wirkung der Bierzutaten erforschten, Rezepturen erprobten und die Braukunst zur Blüte entwickelten – fanden heraus, dass auch Bier sättigte, wenn es nur stark genug eingebraut war.

“Flüssiges Brot” nannten sie den kräftigen, untergärigen Trunk, von dem jedem Klosterbewohner mehrere Liter täglich zugemessen wurden (diese Zumessung stand später Pate für die Maß). Auch die Reisenden, die in den Klöstern um Obdach und Verpflegung baten, bekamen von der flüssigen Fastenspeise. Und sie waren sich mit den Mönchen und Nonnen einig: Der starke Klostertrunk schmeckte vorzüglich.

Kleine Doppelbock-Bierkunde

Heute nennen wir die Biere, die in Bayern von Aschermittwoch bis zur Karwoche ausgeschenkt werden, Fastenstarkbiere. Sie gehören zu den Doppelbockbieren, für die mindestens 18 Prozent Stammwürzegehalt vorgeschrieben sind. Als Stammwürze werden die Stoffe bezeichnet, die vor der Vergärung in der Würze gelöst sind: vor allem Malzzucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Bei der Vergärung wandelt die Hefe den gelösten Malzzucker in Alkohol und Gärungskohlensäure. Mit dem Stammwürzeanteil steigt also auch der Alkoholgehalt eines Bieres. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt entspricht etwa einem Drittel des Stammwürzegehalts. Bei normalem Vollbier liegt er zwischen 4,5 und fünf Prozent. Bockbier hat mehr als sechs, Doppelbock über sieben Prozent Alkoholgehalt.

Untergärige Doppelbockbiere sind eindeutig malzbetont – das Malzaroma tritt im Duft deutlich hervor. Auch der Geschmack des vollmundigen Bieres wird durch das Malz dominiert, abgerundet durch eine leichte Karamellnote. Es gibt dunklen und hellen Doppelbock, der sich, anders als häufig angenommen, nicht grundsätzlich in Stammwürze- und Alkoholgehalt unterscheidet. Die Farbe des Bieres hängt allein vom verwendeten Malz ab. Dunkle Malze geben dem Bier einen anderen Geschmack als helle, müssen jedoch keinen höheren Stammwürzegehalt haben.

Doppelbock – auch “weltlich” ein Genuss!

Natürlich stammen die meisten Doppelbockbiere heute nicht mehr aus Klöstern, sondern aus weltlichen Brauereien. Die Säkularisation, die Industrialisierung und die Konkurrenz durch die Brauerzünfte setzten im 19. Jahrhundert vielerorts der häufig lukrativen klösterlichen Brauwirtschaft ein Ende.

Innovative Fastenstarkbiere

Gerade hochprozentige Biere laden Braumeister förmlich dazu ein, ihrer Braukunst freien Lauf zu lassen und mit neuen Malzmischungen und fruchtig-blumigen Hopfensorten kreativ zu sein. Dies beflügelt sowohl innovative Craft-Brauer als auch gestandene Traditionalisten und bereichert stetig das Sortiment der “fünften Jahreszeit”.

Zeitgemäß entwickelt sich übrigens nicht nur die Braukunst, sondern auch der Biergenuss. Statt sich während der Fastenzeit wie einst mit fünf bis zehn Litern Starkbier täglich zu nähren, genießt man heute maßvoller – und gönnt sich stattdessen zum Starkbier ausgewählte und passende Köstlichkeiten. Beim passenden Bier zum Essen hat auch der Steinkrug ausgedient und Gourmetgläser mit 0,1 oder 0,2 Ltr. haben ihn ersetzt. Zum Schluss des feinen Menüs setzt ein malzbetonter Doppelbock zum Schokomousse beispielsweise einen ganz besonderen kulinarischen Akzent!

Starkbieranstiche und Starkbierfeste

Viele Brauereien zelebrieren den Anstich ihres Fastenstarkbieres mit einer “Starkbierprobe”. Die bekannteste und sicher auch eine der ältesten “Starkbierproben” findet traditionell mit der Fastenpredigt und dem darauffolgenden Singspiel auf dem Nockherberg in München statt.